Zeitumstellung am 25. Oktober: Warum Funkuhren den Wechsel selbst erledigen

Zweimal im Jahr stellt sich für viele dieselbe Frage: Welche Uhren zuhause und am Handgelenk muss ich manuell umstellen, und welche erledigen das von allein? Wer eine Funkuhr besitzt, muss an diesem Wochenende nichts tun. Wer eine gewöhnliche Quarzuhr trägt, dreht in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 den Zeiger eine Stunde zurück.
Dieser Artikel erklärt, was genau in der Umstellungsnacht passiert, wie das DCF77-Funksignal Uhren auf die neue Zeit bringt, welche Geräte davon profitieren und was zu tun ist, wenn eine Funkuhr die Umstellung dennoch verpasst.
Wann und wohin die Uhr am 25. Oktober geht
Am letzten Sonntag im Oktober endet die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). 2026 fällt dieser Tag auf den 25. Oktober. Der Wechsel findet nachts statt: Um 3:00 Uhr werden die Uhren auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Die Zeit "springt" also eine Stunde zurück, und der Sonntag erhält rechnerisch 25 Stunden. Es gilt dann wieder die mitteleuropäische Zeit (MEZ), also UTC+1 statt UTC+2.
Das Umstellungsfenster liegt absichtlich in der Nacht, damit der Einschnitt im Alltag möglichst gering bleibt. Für Schichtarbeiter, Zugverbindungen und Sendepläne ergibt sich dennoch jedes Jahr Abstimmungsbedarf. Für Uhrenbesitzer ist der Aufwand überschaubar, wenn man weiß, welcher Uhrentyp was von einem erwartet.
| Uhrentyp | Stellt sich automatisch um | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| Funkuhr (DCF77) | Ja | Keiner |
| Quarzuhr | Nein | Zeiger manuell zurückstellen |
| Automatikuhr | Nein | Zeiger manuell zurückstellen |
| Solaruhr ohne Funkempfang | Nein | Zeiger manuell zurückstellen |
| Solaruhr mit Funkempfang | Ja | Keiner |
| Smartwatch | Ja (über Smartphone) | Keiner, sofern verbunden |
Wie DCF77 die Zeitumstellung an Funkuhren übermittelt
DCF77 ist ein Langwellensender, der vom Gelände der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig gesteuert wird und bei Mainflingen nahe Frankfurt am Main sendet. Er strahlt auf 77,5 kHz und erreicht nach Angaben der PTB Empfänger in einem Umkreis von rund 2.000 Kilometern, was weite Teile Europas einschließt. Das "D" steht für Deutschland, "CF" für die Frequenzklasse und "77" für die Trägerfrequenz in Kilohertz.
Das Signal enthält kein Audio. Es überträgt stattdessen einen kodierten Zeitstempel: Jede Minute sendet DCF77 eine vollständige Zeitinformation, kodiert durch gezielte Absenkungen der Sendeamplitude. Der Empfänger in der Uhr demoduliert diese Absenkungen und liest daraus Sekunde, Minute, Stunde, Wochentag, Datum und Jahr aus. Auch die Information, ob gerade Sommer- oder Winterzeit gilt, ist im Telegramm enthalten. Bereits zwei Minuten vor dem Umstellungszeitpunkt kündigt das Signal den bevorstehenden Wechsel an, sodass gut konstruierte Empfänger die Zeigerkorrektur exakt zur vollen Stunde ausführen können.

Wichtig: DCF77 überträgt die gesetzliche Zeit für Deutschland und die EU-Staaten mit gleicher Zonenregel. Die Uhr empfängt also nicht einfach eine Uhrzeit, sondern eine rechtlich festgelegte Ortszeit. Das unterscheidet DCF77 von GPS, das UTC ohne Sommerzeitkorrektur liefert und wo die Umrechnung in die Zonenzeit vom Empfängergerät selbst geleistet werden muss.
Für den Alltag bedeutet das: Eine Funkuhr, die in der Nacht ein gültiges DCF77-Signal empfängt, zeigt nach der Umstellung automatisch 2:00 Uhr, wenn die Zeiger ohne Funk noch auf 3:00 Uhr stehen würden. Der NDR erklärt den Vorgang anschaulich und bestätigt die 2.000-Kilometer-Reichweite des Senders.
Welche Uhren den Wechsel automatisch vollziehen und welche nicht
Nicht jede Uhr mit einem Funklogo im Datenblatt empfängt DCF77. Besonders bei Uhren, die für den nordamerikanischen Markt gebaut wurden, kommt stattdessen das WWVB-Signal der amerikanischen Behörde NIST zum Einsatz. In Europa relevanter ist DCF77, daneben gibt es MSF (Großbritannien), TDF (Frankreich) und JJY (Japan). Wer eine Funkuhr in Deutschland betreibt, sollte prüfen, ob im Datenblatt ausdrücklich DCF77 oder DCF 77 steht.

Bei Armbanduhren ist der Empfang anspruchsvoller als bei Wanduhren. Die Antenne sitzt im Gehäuse und hat weniger Fläche zur Verfügung. Viele Armbanduhren starten den Empfangsversuch deshalb automatisch in der Nacht, wenn die Uhr ruhig liegt und elektromagnetische Störungen durch den Körper des Trägers entfallen. Wanduhren mit größerem Gehäuse haben in der Regel eine längere Ferritantenne und empfangen zuverlässiger auch bei suboptimaler Ausrichtung.
| Merkmal | Funkarmbanduhr | Funkwanduhr |
|---|---|---|
| Antennenlänge | Kurz (im Gehäuse) | Länger (im Gehäuse oder Rahmen) |
| Typischer Empfangszeitpunkt | Nachts, Uhr abgelegt | Durchgehend oder stündlich |
| Manuelle Synchronisierung möglich | Bei den meisten Modellen | Bei den meisten Modellen |
| Empfindlich gegenüber Betonwänden | Weniger (mobil einsetzbar) | Stärker (fester Standort) |

Uhren ohne Funkempfang, also klassische Quarz- und Automatikuhren, zeigen nach der Umstellungsnacht schlicht die falsche Zeit an. Wer vergisst, eine Quarzuhr zurückzustellen, trägt sie eine Stunde vor. Das ist kein Defekt, sondern das erwartbare Verhalten eines Werks, das keine externe Zeitreferenz kennt.

Die Kombination aus Solar und Funk, wie sie das Citizen-Eco-Drive-Funk-System darstellt, bietet einen praktischen Vorteil: Die Uhr hat weder Batterie noch manuellen Aufzugsbedarf, und die Zeit wird zusätzlich durch das Funksignal korrigiert. Beide Systeme ergänzen sich.
Wer wissen möchte, wie man Funk- und Pendeluhren konkret auf eine Zeitumstellung vorbereitet, findet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung im Magazin: Pendeluhr und Funkuhr zur Zeitumstellung vorbereiten.
Was zu tun ist, wenn die Funkuhr nach der Umstellung falsch geht
Zeigt die Funkuhr am Sonntagmorgen nach dem 25. Oktober noch die Sommerzeit oder eine völlig abweichende Uhrzeit, gibt es mehrere mögliche Ursachen. Keiner dieser Fälle bedeutet automatisch einen Defekt.
Kein Empfang in der Nacht
Die häufigste Ursache ist ein gestörter oder fehlgeschlagener Empfang. Dicke Betondecken, Metallrahmen in der Nähe, laufende Elektrogeräte oder ein ungünstiger Standort können den Empfang blockieren. Abhilfe: Uhr an einen Ort mit weniger Abschirmung legen oder stellen, manuell den Empfang starten (bei den meisten Modellen über einen dedizierten Taster oder Menüpunkt auslösbar) und abwarten. Gute Empfangsbedingungen bestehen oft früh morgens zwischen 3 und 6 Uhr.
Zeitzone falsch eingestellt
Einige Armbanduhren, besonders Modelle mit Weltzeitmodus oder mehreren Zeitzonen, arbeiten intern mit UTC und rechnen anhand einer eingestellten Zeitzone um. Ist die Zeitzone auf UTC+1 (Winterzeit) statt auf die automatische Sommerzeitumschaltung eingestellt, kann die Anzeige nach der Umstellung stimmen oder auch nicht, je nachdem, wie das Modell das handhabt. Ein Blick in die Bedienungsanleitung klärt, ob eine manuell gesetzte Zeitzone die automatische Umstellung überschreibt.
Batterie schwach
Bei Armbanduhren mit schwacher Batterie schalten manche Modelle den Funkempfang ab, um den Restbetrieb der Zeitanzeige zu sichern. Die Batterie sollte vor der Umstellungsnacht geprüft und ggf. ausgetauscht werden, wenn der Sekundenzeiger im 2-Sekunden-Takt springt, was bei vielen Modellen das Niederbatteriesignal ist.
Uhr manuell synchronisieren
Als letztes Mittel lässt sich der Empfang manuell erzwingen. Dazu die Uhr in Empfangsreichweite des DCF77-Senders platzieren (Mitteleuropa ist gut versorgt), die Uhr flach auf eine Oberfläche legen, die Längsachse in Richtung Frankfurt/Mainflingen ausrichten und die manuelle Synchronisation starten. Nach wenigen Minuten sollte die Uhr die aktuelle Zeit übernehmen.

Auch bei Wanduhren kann eine manuelle Synchronisierung nötig sein. Eine ausführlichere Betrachtung, was Funkwanduhren im Büroalltag leisten und wo ihre Grenzen liegen, findet sich im Artikel Funkwanduhren fürs Büro: Sekundengenau ohne Handeinstellung.
